Der Friesennerz ist ein Kleidungsstück, welches haupsächlich als Regenkleidung getragen wird – es wird ebenfalls Ostfriesennerz genannt. Die Bezeichnung Friesennerz wurde erst spät populär. Zuvor wurde einfach bloß von einer Öljacke gesprochen.

Ursprünglich wurde der Friesennerz als dauerhaft wasserdichte Textilie von Fischern und Segelsportlern getragen. Abgesehen von seiner Funktion als Regenschutz sind heutige Friesennerze im Regelfall auf Grund ihrer leuchtend gelben Farbe auch aus der Distanz gut sichtbar. Des Weiteren zeichnen sich Friesennerze in der Regel über ihre große Kapuze aus. Hinzu kommen einige große Taschen mit Klappen. An der Frontleiste fanden sich früher zumeist Druckknöpfe. Heute setzt man an dieser Stelle auch gerne auf Reißverschlüsse.

Zu Anfang wurde synthetisches gummiertes Kautschuk auf das nach außen tragbare Viskose aufgetragen. Seit 1985 setzt man auf PVC-Beschichtungen. Zu dieser Zeit begann man auch damit neben der Standard-Farbe gelb mehrere Alternativen anzubieten. Man begann darüber hinaus damit weitere Ausstattungsmerkmale zu variieren. Zum Beispiel große Taschen, weite Kapuzen sowie Brusttaschen. Es gab auch weiterhin die bekannte Knopfleiste. Diese verdeckte dann aber manchmal nur einen Reißverschluß. Des Weiteren setzte man auf Ösen an den Ärmelansätzen um eine bessere Belüftung zu ermöglichen.

Als Modetrend verbreitete sich der Friesennerz vor allem von 1970 bis circa 1985 über die ganze Bundesrepublik. Den Anfang setzte Jan E. Ansteen Nielsson – Gründer von Jeantex. Er entwarf das Design für eine beidseitig tragbare Regenwendejacke – der klassische Friennerz. Sein Entwurf war dem eines Bundeswehr-Parka ähnlich und nicht der Öljacke. Inzwischen hat der Friesennerz erheblich an Beliebtheit verloren und ist nur noch selten zu sehen. Anlass ist eine Unzahl an anderen Regenschutzjacken.

Auch in der DDR wurden Friesennerze allgemein bekannt. Seine Trendzeit war von 1981 bis 1985. Offiziell wurden diese als Wetterwendejacke bezeichnet und weitere Veränderungen am Design vorgenommen um patentrechtlichen Problemen mit Jeantex aus dem Weg zu gehen. Die Wetterwendejacke gab es in einer langen sowie kürzeren Version. Es mangelte diesem Produkt aber an Widerstandsfähigkeit. Außerdem war der Ost-Friesennerz mit 120 Mark verhältnismäßig teuer.