Auf der Inselrepublik Zypern herrscht an allen Monaten des Jahres über eine Knappheit am kostbaren Gut Wasser. Besonders im Sommer bekommen das die Zyprer zu spüren. So kam es in den letzten Jahren zu drastischen Einsparungen, so dass die Bewohner im südlichen Teil der Insel wegen der Rationierung nur an zwei bis drei Tagen die Woche Wasser zur Verfügung hatten. Als rasche Lösung wurden aus aus dem Mutterland Griechenland etliche Schiffsladungen Wasser zu überhöhten Konditionen gekauft. Schon vor zwei Jahrzehnten gab es Bestrebungen, mit Hilfe von ballonartigen Behältnissen, die hinter Booten gezogen wurden, Trinkwasser aus der Türkei zur zyprischen Inselrepublik zu schaffen. Das Ganze hat sich jedoch aus technischer Sicht nicht realisierbar und aus finanzieller Sicht nicht rentabel herausgestellt.

Bezüglich der Trinkwasserversorgung geht es der Türkischen Republik Nordzypern bedingt durch ihre kleinere Einwohnerzahl merklich besser. Trotzdem leeren sich auch dort in den Monaten Juli und August die Wasservorräte. Der momentane Wasserverbrauch von 36 Milliarden Liter soll bis 2035 auf vierundfünfzig Milliarden Liter jährlich ansteigen. Ein erstaunliches Projekt, welches in Kooperation mit Ankara bewältigt werden soll, wird innerhalb einiger Jahre die Wasserknappheit auf Zypern aus der Welt schaffen können. Jedenfalls versprechen das die Politiker, die die Gelder für die neue Pipeline zwischen Anamur in Anatolien und zypriotischen Stadt Kyrenia in Nordzypern freigegeben haben. Voraussichtlich nach eintausend Tagen, so meldet es die Inselpresse, soll das kostbare Gut des türkischen Flusses Dragon das Reservoir von Geçitköy im Inselnorden füllen. Von dort aus soll das kostbare Wasser vorerst gratis auch nach Griechisch-Zypern befördert werden, damit die gesamte Insel vom Wasserproblem erlöst wird.