Das deutsche Steuersystem ist komplex und bietet so manchen Fallstrick. Meldet sich ein Prüfer des Finanzamts wegen der Betriebsprüfung an, so steigt bei vielen Unternehmern und Verantwortlichen der Puls. Mit Planung und Vorbereitung ist Panik meist übertrieben. Das Ergebnis der Betriebsprüfung kann so sogar besser ausfallen als gedacht.

Gut vorbereitet in die Betriebsprüfung

Die Betriebsprüfung ist für viele Unternehmen ein Schreckgespenst. Meldet sich der Prüfer an, so ist die Prüfung meist unumgänglich. Nicht selten beginnt die Betriebsprüfung mit einer mündlichen Anmeldung des Prüfers. Das gibt dem Unternehmer Vorlaufzeit für die Betriebsprüfung. In dieser Zeit ist es ratsam zügig den Steuerberater zu informieren. Das gilt insbesondere dann, wenn vielleicht noch eine „Leiche im Keller“ liegt. Mit etwas Glück kann hier nämlich Schaden zum Beispiel durch eine Selbstanzeige abgewendet werden. Wurde im Vorfeld gute Businesssoftware und eine ordentliche Aktenablage und Archivierung durchgeführt, so hilft dies meist auch bei den Vorbereitungen.

Ablauf einer Betriebsprüfung

Die Betriebsprüfung teilt sich in der Regel in drei Abschnitte ein. Im ersten Abschnitt ergehen die Anmeldung des Prüfers und die Prüfungsanordnung. Mit der Prüfungsanordnung wird die Betriebsprüfung offiziell. In der Anordnung werden auch der Prüfungszeitraum und der Prüfungsort festgelegt. Diese lassen sich mit einer guten Begründung vielfach auch verschieben bzw. verändern. Ein übereilter Einspruch kann hingegen schnell das Verhältnis vergiften. Ist die Prüfungsanordnung ergangen, wird der Prüfer Auskünfte und Unterlagen anfordern. Steht ein Ansprechpartner zur Verfügung und sind die Unterlagen griffbereit, so beschleunigt dies vielfach die Arbeit und nimmt der Prüfung des Finanzamts mitunter sogar den Schrecken. Im zweiten Teil der Betriebsprüfung – während der eigentlichen Prüfung – stellt so mancher Prüfer auch scheinbar belanglose Fragen. Bei diesem Small Talk ist jedoch Vorsicht geboten. Nicht jede Frage muss so belanglos sein, wie sie klingt. So mancher Unternehmer macht hier Angaben, die später teuer werden. Nach Abschluss der Prüfung durch das Finanzamt kann als dritter Abschnitt der Betriebsprüfung Schlussbesprechung beantragt werden. In dieser lassen sich nochmals alle strittigen und unstrittigen Feststellungen abschließend ausdiskutieren. Hierbei kann ein guter Steuerberater vielfach so manches Argument der Betriebsprüfer entkräften und auch in ungünstigen Situationen das Blatt für den Unternehmer unter Umständen noch wenden.